Der Bau des Schiffes wurde am 6. Mai 1935 auf der Werft der Deutschen Werke begonnen, womit die Schlachtschiffklasse Scharnhorst entstand.
Das fertiggestellte und bewaffnete Schiff wurde am 21. Mai 1938 in Dienst gestellt.
Die deutsche Kriegsmarine benannte das Schiff nach dem preußischen General August von Gneisenau, einem Teilnehmer an den Napoleonischen Kriegen und der Schlacht von Waterloo.
Die Erfahrungen der deutschen Marine aus dem Ersten Weltkrieg wurden beim Bau des Schiffes optimal genutzt. Die Keilform, die sehr starke Panzerung und die hohe Geschwindigkeit machten den Kreuzer zu einem furchterregenden Gegner.
Bei Feuergefechten aus großer Entfernung rutschten feindliche Granaten an der schrägen Panzerung herunter, ohne dem Schiff Schaden zuzufügen. Auf kürzere Distanz war das Schiff bereits verwundbar, aber die Besatzung versuchte, solche Gefechte um jeden Preis zu vermeiden.
Die Gneisenau war eines der ersten Kriegsschiffe überhaupt, das mit dem Radar FuMO 22 ausgestattet wurde, was ihr letztendlich zum Verhängnis wurde.
Nach erfolgreichen Fahrten im Nordatlantik im Jahr 1942 fuhr das Schiff unter dem Kommando des neu ernannten Kapitäns Wolfgang Kähler zu den Docks in Brest, wo es repariert wurde. Aus Angst vor Verrat während der waghalsigen Passage durch den britisch-französischen Kanal befahl der Kapitän, das Radar auszuschalten, so dass das blinde Schiff die Anwesenheit alliierter Schiffe nicht erkennen konnte, die der britischen RAF die Position meldeten. Die Bomber beschädigten schließlich die Gneisenau und das Schwesterschiff Scharnhorts in Brest selbst schwer.
Das beschädigte Schiff wurde nach Gottenhaven geschleppt, wo es repariert und wieder aufgerüstet werden sollte, aber Hitler, der mit der Leistung der Kriegsmarine unzufrieden war, vertraute der Marine nicht mehr und stoppte die Reparaturen.
So landete das berühmte Schiff auf dem Grund des Gottenhavener Hafens, wo es von den Deutschen selbst versenkt wurde, um die Einfahrt in den Hafen zu blockieren.
Bis zum Untergang im Jahr 1945 waren insgesamt fünf Kapitäne an Bord
Das Schiff wurde 1947 geborgen und abgewrackt.
Technische Parameter:
Abmessungen: Länge 234,9 m, Breite 30 m, Tiefgang 9,9 m
Verdrängung 38 700 Tonnen
Seitenpanzerung 70-350 mm, Hauptdeck 50 mm, Panzerdeck 20-105 mm, Geschütztürme 360 mm, Kommandoturm 350 mm
Antriebsanlage 12x DeSchiMAG-Hochdruckkessel, 3x Germania-Dampfturbine von 122 040 kW mit Leistungsübertragung auf 3 Propeller von 4,8 m Durchmesser
Höchstgeschwindigkeit 57 km/h
Reichweite 11 500 km
Bewaffnung 9x 280 mm Kanone + 12x 150 mm + 14x 105 mm + 16x 37 mm Flugabwehrkanone und 10 x 20 mm Kanone
Torpedos 6x Typ II vom Kaliber 533 mm
Installation eines Luftkatapults für das Aufklärungsflugzeug Arado Ar 196